Sie sind hier: Aktuelles
Sonntag, 16.12.2018

Aktuelles

Wohnen bleiben in Bocholt

BG 13 gewinnt 300 Euro beim Schulwettbewerb

Eine Anlieferungsstation am Haus, die direkt in die Küche führt, war die Idee eines Schülers der Klasse 4b der Clemens-August-Schule. Schüler der 8b des Mariengymnasiums hatten einen Küchentisch entwickelt, der in der Mitte ein Beet mit frischen Kräutern hat und über eine Aussparung verfügt, an die man mit dem Rollstuhl näher an den Tisch fahren kann. Das sind zwei Beispiele der Arbeiten, die Schulen zum Wettbewerb „Wohnenbleiben in Bocholt“ eingereicht hatten. Die Preise wurden Donnerstagabend bei einem Fachforum zum Wohnen im Alter in der Stadtsparkasse vergeben.

„80 Schüler haben mitgemacht, und sie haben rund 400 Senioren in Bocholt nach ihren Wünschen befragt“, sagte Sparkassen-Chef Karl-Heinz Bollmann, der auch Vorsitzender der Jury war. Der gehörten außerdem Bocholts stellvertretende Bürgermeisterin Hanni Kammler, Stadtplanerin Andrea Döring und Jörg Terheyden von der BBV-Mediengruppe an. Bollmann: „Alle Beiträge hatten so viel Potenzial, dass wir das Preisgeld erhöht haben und einen ersten und drei zweite Preise vergeben haben.“

Sieger wurde das Mariengymnasium. Lehrer und Schüler konnten einen Scheck über 500 Euro entgegennehmen. Je 300 Euro gab es für die Clemens-August-Schule, die Klasse 13 (Berufliches Gymnasium) des August-Vetter-Berufskollegs  und Berufsfachschüler Soziales, 1. Jahrgang, des Berufskollegs Bocholt-West.

An dem Fachforum nahmen Architekten, Vertreter von Wohnungsbauunternehmen und Altenheimen, Pflegediensten, Verbänden sowie aus der Politik teil. Es ging darum, wie sich der Wohnungsmarkt in Bocholt entwickelt und welche Bedürfnisse Senioren haben.

Im Fachvortrag von Prof. Dr. Rolf G. Heinze von der Ruhr-Universität Bochum wurde schnell deutlich, dass konkrete Antworten schwierig sind. Das Alter werde differenzierter, die Bedürfnisse unterschiedlicher. Es gebe zum Beispiel nicht „den“ älteren Mieter, sagte der Soziologe. Früher habe das Alter gar nicht als besondere Lebensphase gegolten. Heute gebe es die verschiedensten Einteilungen wie „junge Alte“, aber keine, die allgemeingültig seien.

„Es gibt viele Menschen, die sind mehr im Ruhestand, als dass sie gearbeitet haben“, scherzte Heinze über die Tatsache, dass die Menschen immer länger leben. „Das Alter kann jetzt gestaltet werden“, meinte er, und: „Wir müssen uns verabschieden von: hier Zuhause, da Heim“.

„Wir haben derzeit die vermögendste und fitteste Seniorengeneration“, sagte Lukas Kwiatkowski, der das Fachforum organisiert und mit Jutta Ehlting vom Seniorenbüro moderiert hatte. Bei einer Diskussion mit Döring, Heinze und Berthold Klein-Schmeink von der Ewibo ging es unter anderem darum, welche Gedanken sich die drei darüber machen, wie sie selber später leben möchten. Tenor war, dass alle drei gerne so lange wie möglich in ihrem derzeitigen Heim wohnen bleiben wollen. „Aber die Frage, ob es vielleicht irgendwann zu spät ist, um auszuziehen, verdränge ich“, sagte Heinze.

Quelle: BocholtBorkenerVolksblatt vom 13.11.2015, von Patrick Moebs

Freitag, 20.11.2015 Alter: 3 Jahre